Meerschweinchen |
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Der nun folgende Text soll Ihnen helfen, das Meerschweinchen, wie wir es heute als Haustier halten in seiner Art und seinen Bedürfnissen besser zu verstehen und Ihnen einige Tipps und Ratschläge vor der Anschaffung dieser geselligen und liebenswürdigen Nagetiere geben.
> Geschichte
> Anschaffung und Haltung
> Ein paar Gedanken vor der Anschaffung
> Alternative Haltungsvorschläge
> Checkliste für den Kauf
> Kauf
> Einzug des neuen Mitbewohners
> Ernährung
> Futterliste
> Krankheiten
> Hausapotheke
> Geschlechtsbestimmung
> Wissenswertes
Vorab etwas zu der Geschichte der Meerschweinchen. Meerschweinchen kommen ursprünglich aus Südamerika, wo sie in Gruppen von 20 bis 30 Tieren die Hochebenen und Buschsteppen der Anden bewohnen. Sie bleiben über bestimmte Lautäußerungen immer in Kontakt und verständigen sich auch über diese.
Das Meerschweinchen gehört in seiner Gattung den Nage- und somit Säugetieren an. Es ist ein Fluchttier, das es vorzieht in Höhlen zu leben jedoch ist es kein Tier, das unterirdisch lebt.
In seiner Heimat verbringt ein Meerschweinchen den Großteil des Tages damit, Nahrung zu sich zu nehmen. Es ernährt sich überwiegend von dem vitaminhaltigen Andengras und anderen Grünpflanzen.
Das Meerschweinchen gehört zu den sehr fruchtbaren Nagetieren. Weibchen können bereits einige Stunden nach der Geburt wieder gedeckt werden. Die Tragezeit beträgt etwa 60 bis 70 Tage. Babys können neben der Muttermilch bereits in den ersten Tagen nach der Geburt auch feste Nahrung, wie Gräser und andere Dinge aufnehmen. Jungböckchen werden mit 3-4 Wochen geschlechtsreif; ab einem Gewicht von 250g (es gibt aber auch Ausnahmefälle, wo Böckchen schon mit 2 1/2 Wochen Weibchen decken). Weibchen sind in der Regel mit 4 Wochen geschlechtsreif.
Jeder, der darüber nachdenkt sich oder seinem Kind ein Meerschweinchen zu kaufen, sollte sich vorher über folgendes im Klaren sein:
Meerschweinchen können ganzjährig im isolierten Gartenhaus gehalten werden, hierzu empfiehlt es sich allerdings eine Gruppe von mindestens vier Tieren zu halten. Auch ist die Haltung in einem Gehege mit isoliertem angrenzendem Stall möglich, zu dem die Schweinchen durch eine kleine Öffnung jeder Zeit Zugang haben. (Auf diese Art und Weise können sie auch im Winter im geschützten Stall leben und können nicht erfrieren empfehlenswert wäre es, wenn im Stall ab und an geheizt werden kann, falls es einmal zu kalt werden sollte.)
Nicht zuletzt kommt nun einer der wichtigsten Punkte, die man vor dem Kauf eines Tieres beachten sollte:
Bevor die Meerschweinchen dann letztendlich einziehen, sollte alles gut vorbereitet sein.
Grundausstattung:
Als erstes sollte überlegt werden, welche Geschlechter zusammen gehalten werden sollen.
Wichtig: Meistens gehen zukünftige Meerschweinchen Besitzer in Tierhandlungen und kaufen sich dort ein oder zwei Tiere.
In den Tierheimen und Notstationen, die mittlerweile sehr verbreitet sind, sitzen jedoch auch viele Tiere, die auf ein schönes neues Zuhause warten. Unter ihnen findet man auch zahlreiche Jungtiere.
Die Tiere kommen meist aus schlechter Haltung und man merkt, wie dankbar sie sind, wenn man ihnen ein artgerechtes Zuhause bietet. So tun sie dem Tier einen großen Gefallen und haben gleichzeitig noch das gute Gefühl, einem Tier das bevor es in die Notstation kam kein schönes Leben gehabt hat, ein neues Zuhause zu geben.
Wenn Sie ihre Meerschweinchen bei sich zu Hause haben, ist es am besten, sie erstmal in den Käfig zu setzen, in dem sie frisches Heu, etwas Trockenfutter und frisches Wasser vorfinden sollten. Die Meerschweinchen werden sich nun vermutlich als erstes in ihre Häuschen zurückziehen, was auch völlig normal ist.
Das Beste ist es, wenn Sie ihre neuen „Mitbewohner“ nun für einige Stunden in Ruhe lassen. Gegen Abend kann dann eine für zwei Tiere ausreichende Portion Frischfutter in den Käfig gestellt werden.
(In den ersten Tagen wird man die Schweinchen nur selten zu Gesicht bekommen. Sie werden einen Großteil des Tages in ihren Häuschen verbringen und nur nachts zum fressen heraus kommen.) Das gibt sich mit der Zeit allerdings von selbst.
Wenn die Schweinchen sich eingewöhnt haben, kommen sie immer öfter aus ihren Häusern und sind auch nicht mehr scheu.
Man kann sie auch mit besonders leckeren Sachen etwas locken und sie auf diese Art und Weise an das Anfassen und die Hand gewöhnen.
Niemals sollte man das Haus, in dem sich das Meerschweinchen versteckt hat einfach hoch nehmen. So würde man das Tier nur verängstigen und es würde sich unsicher fühlen.
Das wichtigste auf dem Speiseplan der Meerschweinchen ist Heu, welches den Schweinchen immer zur freien Verfügung stehen sollte. Es dient den Nagern unter anderem dazu, die immer nachwachsenden Zähnchen abzunutzen und reguliert die Verdauung der Meerschweinchen.
Die Schweinchen sollten jeden Tag etwas Trockenfutter (am besten Pellets gemischt mit getrocknetem Gemüse) bekommen. Man rechnet ca. eine kleine Hand voll pro Tier und Tag. Bei dicken Tieren kann man auch nur einmal pro Woche Trockenfutter füttern.
Zweiter Wichtiger Bestandteil der täglichen Nährung ist Frischfutter. Um Mangelerscheinungen vorzubeugen sollte man abwechslungsreich füttern. Am besten jeden Tag einige verschiedene Sorten Gemüse. Obst sollte nur selten und nur als Leckerchen gefüttert werden, da es sehr viel Fruchtzucker enthält.
Futterliste Frischfutter: |
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Äpfel Chinakohl (in Maßen, kann blähen) Fenchel (viel Vitamin C) |
Kresse |
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*Pflanzen von draußen sollten niemals in der Nähe von Straßen gepflückt werden. |
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Zum täglich frisch angebotenen Heu und Frischfutter sollte auch jeden Tag frisches Wasser angeboten werden.
Auch bei guter Pflege und artgerechter Haltung können Meerschweinchen mal krank werden.
Meerschweinchen sind sehr empfindliche Nagetiere, bei denen nicht so viel Substanz vorhanden ist, dass man sagen kann:
„Ach ich warte erstmal noch eine Woche, vielleicht geht der Schnupfen oder sonstiges ja von allein wieder weg“
Im Gegenteil, bei Meerschweinchen kann ein leichter Schnupfen innerhalb eines Tages zu einer Lungenentzündung umschlagen. Wenn es erstmal so weit ist, hat man in den meisten Fällen nur noch geringe Chancen, dem Tier zu helfen.
Schweinchen gehören zu den Nagetieren, die generell erst dann Anzeichen einer Krankheit äußern, wenn es schon fast zu spät ist. Aus diesem Grund muss man, wenn man merkt, dass mit dem Tier etwas nicht stimmt sofort zum Tierarzt fahren.
Blähungen, die meist durch Kohlarten und nasses Gras, aber auch durch anderes Futter hervorgerufen werden, können bei Meerschweinchen zum schnellen Tod führen, da Meerschweinchen nicht pupsen können. Blähungen sind für das Tier äußerst unangenehm und schmerzhaft. Sie führen sogar meist dazu, dass das Tier die Nahrungsaufnahme verweigert und nur noch träge herum liegt, bzw. sich aufplustert. Meist geben die Tiere dann zwitschernde Klagelaute von sich.
Ein weiteres Problem, das häufig auftritt, sind die ständig nachwachsenden Zähne der kleinen Nager. Sie wachsen ein Leben lang und im Idealfall nutzen sie sich durch Heu und das Nagen an Obstbaum Zweigen weitgehend und ausreichend ab. Jedoch ist das nicht bei allen Tieren der Fall. Es gibt so genannte Zahnschweine, bei denen die Zähne eine Fehlstellung haben und/oder schneller wachsen als bei anderen Schweinchen. Erste Anzeichen machen sich hierbei meist erst nach dem ersten Lebensjahr bemerkbar. (Das Tier frisst kein Heu mehr, nimmt keine andere Nahrung mehr auf und hat Schmerzen.) Es sind Fälle bekannt, in denen die Backenzähne der Tiere so sehr gewachsen sind, dass sie eine „Brücke“ über die Zunge des Tieres gebildet haben und das Tier am schlucken gehindert haben. (Auch so etwas kann sehr schnell tödlich enden.) Das Tier sollte auf dem schnellsten Weg beim Tierarzt vorgestellt werden, welcher die Zähne kürzt und dem Tier dazu verhilft, dass es wieder fressen kann. Es empfiehlt sich, die Zähnchen jedes halbe Jahr einmal vom Tierarzt kontrollieren zu lassen. (Auch bei Tieren, die noch keine Probleme hatten ist vorbeugen immer besser.)
Das Meerschweinchen ist ein Nagetier, welches einen Großteil des Tages damit verbringt Nahrung aufzunehmen. Das tut es, da seine Verdauung ständig in Gang bleiben muss, was sie nur kann, wenn ständig Nachschub an Nahrung aufgenommen wird.
Wenn ein Meerschweinchen also krank ist und keine Nahrung mehr aufnehmen kann oder möchte, sollte schnellstens der Rat eines Tierarztes eingeholt werden. Wenn das Tier einen ganzen Tag keine Nahrung aufgenommen hat, kann das Verdauungssystem zusammenbrechen, das Tier bekommt Blähungen und die Chancen es selbst mit Medikamenten und Krampf lösenden Spritzen vom Tierarzt wieder auf die Beine zu bekommen, sind äußerst gering.
Notfalls kann das Tier mit einer Spritze (ohne Nadel) und Hipp oder Alete Babygläschen (am besten Frühkarotte oder Frühkarotte mit Kartoffel) oder speziellem Päppelbrei vom Tierarzt für einige Stunden, bis es dem Arzt vorgestellt wird zwangsernährt werden.
Ob ein Tier Schmerzen hat, macht sich meist wie folgt bemerkbar:
Generell gilt: Bei allen Anzeichen, die auf eine Krankheit des Tieres hinweisen, egal wie sie sich äußern und auch im Zweifelsfall, wenn der Halter nicht genau sicher ist, ob eine Krankheit vorliegt oder nicht, sollte das Tier dem Tierarzt vorgestellt werden.
Fragen, die vom Tierarzt je nach Krankheit und Grund des Tierarztbesuches gestellt werden könnten:
Folgende Dinge sollten sie zum Tierarzt mitnehmen:
Der sichere Transport der Tiere zum Tierarzt:
Folgende Medikamente sollten sie für den Notfall zur Erstbehandlung ihrer Meerschweinchen vorsichtshalber im Haus haben:
(Diese Medikamente ersetzen nicht den Gang zum Tierarzt, sondern dienen nur dazu, dem Tier Linderung zu verschaffen, bis es dem Tierarzt vorgestellt wird.)
Die nun folgenden Bilder sollen Ihnen helfen, die Geschlechter ihrer Meerschweinchen (auch bei Jungtieren) unterscheiden zu können.
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Diese Tabelle benutzen wir mit freundlicher Genehmigung von www.vondenrheinauen.de |
Wenn sie sich trotz der Bilder (zum Beispiel bei der Bestimmung von den Geschlechtern bei Jungtieren) nicht sicher sind, können sie mir auch gern per E-Mail Fotos zuschicken, damit ich ihnen bei der Geschlechtsbestimmung ihrer Meerschweinchen helfen kann.
Was ich jedoch gleich dazu sage Wenn ich mir nicht sicher bin, weil ein Foto beispielsweise undeutlich ist, oder das Tier noch zu jung ist, um mit Gewissheit sagen zu können, „es ist männlich oder weiblich“ werde ich sie zu ihrem behandelnden Tierarzt verweisen, da dieser dann eher dazu etwas sagen kann und ich auf keinen Fall die Haftung übernehme, wenn ich mich einmal täuschen sollte
Bei weiteren Fragen zu Krankheiten, Verhalten, Haltung, Geburt und vielen anderen Fragen stehe wir ihnen jederzeit per E-Mail zur Verfügung!
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